Toolbox

Learn how to learn​.

Was ist Toolbox?

Wie bewältigt man erhebliche Stoffmengen so, dass man nach den Klausuren nicht alles vergisst?

Wie kann man seine Lernzeit reduzieren und seine Lernleistung gleichzeitig erhöhen?

Wie vollzieht sich eigentlich konkret der Lernprozess im Gehirn?

Was hat es konkret mit vernetztem Lernen auf sich?

Wie sollte man am besten Wiederholungseinheiten konzipieren?

Wie sollte man auf gar keinen Fall lernen?

Fragen, die man sich selten während des Studiums stellt. Entweder investiert man seine gesamte Zeit in die Bewältigung des Stoffes oder denkt, dass ausbleibende Erfolge ausschließlich am fehlenden inhaltlichen Verständnis liegen.

Doch spätestens fragt man sich während der Examensvorbereitung, welche Maßnahmen es gibt, um den Stoff besser aufzunehmen und im Gedächtnis zu behalten.

Dann werden diese Fragen plötzlich dringend.

Doch gerade zu diesem Zeitpunkt hat man nicht die Zeit, sich neben juristischer Fachliteratur, Probeklausuren und wichtigem Ausgleich in dem unübersichtlichen Feld von Informationen zu Lernmethodik zurechtzufinden.

Wir nehmen uns diese Zeit für dich und thematisieren bei der InterAct Law Toolbox wie Lernen funktioniert.

 

Was nimmst Du bei Toolbox mit?

Lernpsychologie

Wir sprechen mit Experten*innen, die sich mit Lernpsychologie befassen, um euch ein grundlegendes Verständnis davon zu vermitteln, was der Stand der Wissenschaft hinsichtlich des optimalen Lernens ist.

Lernmethodik

Jurastudierende, die dank erfolgreicher Lernmethoden Prädikatsexamina im staatlichen Teil geschrieben haben, geben uns detaillierte Einblick in ihre Lernmethoden während des Grundstudiums und der Examensvorbereitung.

Spaß am Lernen

Durch die Kombination aus abstraktem Verständnis und umfassender Bandbreite von konkreten Werkzeugen soll eure Zufriedenheit mit eurem Studium nachhaltig gesteigert werden.

Die InterAct Law - Toolbox

Deine Anlaufstelle für ideales Lernen.
Hier haben wir alle Materialien gesammelt, die uns unsere Gäste mitgebracht haben. Schau dich um!

Lernstrategie

Das richtige Lernen ist mehr als nur eine Geschmacksfrage.

Toolbox von Maximilian Nussbaum

  • Fünf „Lernexperimente“, Pomodoro-Technik, 3D-Lernen, Mind-Maps, Lern-Dates.
    Findest du hier.
  • Examen ohne Rep, Lernpläne aufstellen, Gestaltung Examens-AG
    Findest du hier.
  • Karl-Friedrich Lenz zur Lernstrategie, spannend insbesondere Kapitel zum Haftschen Normalfalldenken und zu Stil und Argumentation
    Findest du hier.
  • Pomodoro-Timer
    Findest du hier.
  • Pomodoro-Timer App, gamifizierend, strenger
    Findest du hier.
  • Besonders wichtig ist die Gründung einer Lerngruppe. Durch regelmäßige Treffen wird ein strukturiertes Forum für Wiederholungseinheiten etabliert und man verbleibt nicht in der eigenen bubble von Lernmaterialien.
  • Sehr hilfreich sind Fallbesprechungen im Gutachtenstil. Dies schult nicht nur grundsätzlich eine saubere Herangehensweise an die Falllösung, sondern schafft eine sichere Basis für die mündliche Prüfung.
  • Zudem sollte während der Fallbesprechung der Fokus auf den folgenden Kernfragen liegen: Wo ist das entscheidende Problem und dessen exakter Prüfungsstandort? Inwieweit helfen mir Auslegungsmethoden? Aus welchen grundlegenden Billigkeitserwägungen lässt sich ein fundiertes Argument formen?
  • Des Weiteren sollten anstelle umfassender Fälle viele kleine gelöst werden. Dies beruht auf der Überlegung, dass man sich während der Nachbereitung bei komplexen Fällen schlechter zurechtfindet und die Nachbereitung nicht den Großteil des Lerntages ausmachen sollte.
  • Hinsichtlich der Gewichtung von abstrakter Wissensaufnahme (durch Lehrbücher/Skripten) und Fallübung sollte der Grundsatz „Jura üben und nicht bloß lernen“ gelten. Um abstrakt aufgenommenes Wissen nicht nur im Gedächtnis zu verankern, sondern dessen Verständnis zu gewährleisten, sollten vor allem Fälle gelöst werden.
  • Da es letztendlich auf Systemverständnis ankommt, sollte im Rahmen der abstrakten Wissensaufnahme außerdem „Mut zum Überblick“ vorhanden sein.
  • Wenn möglich sollte man vor der Examensvorbereitung ein kompaktes Lehrbuch zurate ziehen, um ein Systemverständnis zu schaffen.
  • Um Lerninhalte im Gedächtnis zu behalten, bedarf es Wiederholungseinheiten des jeweiligen Lerntages, der Lernwoche und des Lernmonats. Die „Kurve des Vergessens“ nach Prof. Dr. Ebbinghaus erläutert grundlegend die Dringlichkeit von Wiederholungseinheiten.
  • Zudem speichert das Gedächtnis die mit dem Lernen selbst verbundenen Emotionen insbesondere in Bezug auf das Ende jeder Lerneinheit unbewusst ab. Um die eigene Wahrnehmung des Lernens und dessen Effizienz zu steigern, sollte das Ende des Lerntages nicht bis zur Erschöpfung ausgereizt werden. Vielmehr gilt der Grundsatz „Aufhören, wenn es am schönsten bzw. effizientesten ist.“
  • Fallübung sollte durch regelmäßiges Schreiben und Gliedern von Klausuren ohne Hilfsmittel geübt werden. Es sollte dabei auf eine Vielfalt von Quellen geachtet werden. Andernfalls läuft man Gefahr, abstrakte Probleme ausschließlich mit bestimmten Fallkonstellationen zu assoziieren.
  • Die Nachbereitung sollte darüber hinaus so zeitnah wie möglich erfolgen, da das Zurechtfinden in der Falllösung mit fortschreitender Zeit schwerer fällt und sich dies wiederum negativ auf das Problemverständnis auswirkt.

Toolbox von Johanna Lange

  • ‘Jurastudium erfolgreich‘ von Barbara Lange
  • Loci-Methode, Gedächtnispalast
    Findest du
    hier.
  • Mindmaps zum Überblick, was eigentlich das Relevante an dem Rechtsgebiet ist
  • Lernstrategien von Lenz
  • Wichtig ist, dass man immer im Gesetz mitliest, dort selbstständig versucht, die Tatbestände und Rechtsfolgen herauszulesen und auch links und rechts der Norm schaut, um A die Systematik nicht außen vor zu lassen und B Legaldefinitionen nicht zu übersehen. Vieles kann man sich aus dem Gesetz erschließen und braucht dieses dann eben nicht mehr stumpf auswendig zu lernen.

Lernpläne

Die knappe Zeit der (Examens-)Klausurvorbereitung optimal nutzen.

Toolbox von Maximilian Nussbaum

  • Rechtsgebiete und Themen in 120 Lerneinheiten
    Findest du hier.
  • Weitere Beispiel-Lernpläne
    • der Uni Freiburg findest du hier.
    • der Uni München findest du hier.
    • der Uni Hamburg findest du hier.
  • Weitere Lernpläne auch bei
    Deppner/Feihle et al., Examen ohne Repetitor: Leitfaden für eine selbstbestimmte und erfolgreiche Examensvorbereitung, 4. Aufl. 2017, S. 242

Toolbox von Johanna Lange

  • (Monats-)Kalender zum Planen
    Findest du hier.
  •  ‘Studienführer Jura’ von Ronja Serena Spießer
  • Studienverlaufsplan
    Findest du hier.
  • Ordnungen, Regelungen und Gesetze im Zusammenhang mit dem Studium
    Findest du hier

Lerninhalte

Gezielt den richtigen Fokus bei der Auswahl des Lernmaterials setzen.

Toolbox von Maximilian Nussbaum

  • Rechtsprechung für ExamenskandidatInnen, gutachterlich aufbereitet, unter Berücksichtigung der Literaturmeinungen, Verknüpfung mit Grundlagen
    Findest du hier.
  • Fallorientiertes Lehrbuch, besonders verständlich, Grundlagen herleitend; für kleine Übung, große Übung und Examen
    Findest du hier.
  • 22 Examensklausuren im Zivilrecht, besonders Anschaulich: Grafiken und Wiederholung von Basics)
    Findest du hier.
  • Äquivalent im Strafrecht
    Findest du hier.
  • Äquivalent im Öffentlichen Recht
    Findest du hier und hier.
  • Überblick von Online Lernmaterialien im Erscheinen in HanLR 04/2020

Toolbox von Johanna Lange

  • Lehrbücher
    • Leipold für BGB AT
    • Wessels/Beulke/Satzer für StR AT
    • Epping für GR
  • Crashkurse von JuraOnline im BGB AT
    Findest du hier und hier.
  • Altklausuren aus dem Klausurenpool der Fachschaft
    Findest du hier.
  • Vorlage für die Hausarbeit
    Findest du hier.

Mentale Gesundheit

Den optimalen Ausgleich zu den stressigen Lernphasen finden.

Toolbox von Maximilian Nussbaum

  • Atemübung nach den Wim Hof-Methode, extrem beruhigend, kopfklärend, Ruhe ritualisierend
    Findest du hier.
  • Man sollte sich nicht durch abgefahrene Sachverhalte verunsichern lassen. Vielmehr sollte man sich vergegenwärtigen, dass die Lösungsskizze eine höhere Fehlerakzeptanz aufweist, unabhängig vom Ergebnis eine strukturierte Argumentationsphantasie gewichtet und der Großteil mit denselben Problemen kämpft.

Toolbox von Johanna Lange

  • Binaurale Beats zum Einschlafen
    Findest du hier.
  • Es ist total egal, welche Noten eure Freunde oder auch andere Kommilitonen haben. Ihr müsst auch nicht alles zweistellig schreiben oder eure utopischen Notenziele erreichen. Das Jurastudium ist ein Marathon, kein Sprint. Ihr müsst sehr lange durchhalten. Also verbraucht eure ganze Kraft nicht im 1. Semester und hört auf euren Körper, wenn er eine Pause braucht. Es nützt niemandem etwas, wenn man nach den ersten Semestern so ausgelaugt ist, dass man keinen Spaß mehr an dem Fach hat und ihr dann nur aus dem Grund das Studium abbrecht. Außerdem ist anderen Leuten helfen keine Schande – werdet bitte nicht zu den Jurist*innen, die Seiten aus Büchern rausreißen und Kommentare verstecken.

Lernstrategie

Lernpläne

Das richtige Lernen ist mehr als nur eine Geschmacksfrage.

Toolbox von Maximilian Nussbaum

  • Fünf „Lernexperimente“, Pomodoro-Technik, 3D-Lernen, Mind-Maps, Lern-Dates.
    Findest du hier.
  • Examen ohne Rep, Lernpläne aufstellen, Gestaltung Examens-AG
    Findest du hier.
  • Karl-Friedrich Lenz zur Lernstrategie, spannend insbesondere Kapitel zum Haftschen Normalfalldenken und zu Stil und Argumentation
    Findest du hier.
  • Pomodoro-Timer
    Findest du hier.
  • Pomodoro-Timer App, gamifizierend, strenger
    Findest du hier.
  • Besonders wichtig ist die Gründung einer Lerngruppe. Durch regelmäßige Treffen wird ein strukturiertes Forum für Wiederholungseinheiten etabliert und man verbleibt nicht in der eigenen bubble von Lernmaterialien.
  • Sehr hilfreich sind Fallbesprechungen im Gutachtenstil. Dies schult nicht nur grundsätzlich eine saubere Herangehensweise an die Falllösung, sondern schafft eine sichere Basis für die mündliche Prüfung.
  • Zudem sollte während der Fallbesprechung der Fokus auf den folgenden Kernfragen liegen: Wo ist das entscheidende Problem und dessen exakter Prüfungsstandort? Inwieweit helfen mir Auslegungsmethoden? Aus welchen grundlegenden Billigkeitserwägungen lässt sich ein fundiertes Argument formen?
  • Des Weiteren sollten anstelle umfassender Fälle viele kleine gelöst werden. Dies beruht auf der Überlegung, dass man sich während der Nachbereitung bei komplexen Fällen schlechter zurechtfindet und die Nachbereitung nicht den Großteil des Lerntages ausmachen sollte.
  • Hinsichtlich der Gewichtung von abstrakter Wissensaufnahme (durch Lehrbücher/Skripten) und Fallübung sollte der Grundsatz „Jura üben und nicht bloß lernen“ gelten. Um abstrakt aufgenommenes Wissen nicht nur im Gedächtnis zu verankern, sondern dessen Verständnis zu gewährleisten, sollten vor allem Fälle gelöst werden.
  • Da es letztendlich auf Systemverständnis ankommt, sollte im Rahmen der abstrakten Wissensaufnahme außerdem „Mut zum Überblick“ vorhanden sein.
  • Wenn möglich sollte man vor der Examensvorbereitung ein kompaktes Lehrbuch zurate ziehen, um ein Systemverständnis zu schaffen.
  • Um Lerninhalte im Gedächtnis zu behalten, bedarf es Wiederholungseinheiten des jeweiligen Lerntages, der Lernwoche und des Lernmonats. Die „Kurve des Vergessens“ nach Prof. Dr. Ebbinghaus erläutert grundlegend die Dringlichkeit von Wiederholungseinheiten.
  • Zudem speichert das Gedächtnis die mit dem Lernen selbst verbundenen Emotionen insbesondere in Bezug auf das Ende jeder Lerneinheit unbewusst ab. Um die eigene Wahrnehmung des Lernens und dessen Effizienz zu steigern, sollte das Ende des Lerntages nicht bis zur Erschöpfung ausgereizt werden. Vielmehr gilt der Grundsatz „Aufhören, wenn es am schönsten bzw. effizientesten ist.“
  • Fallübung sollte durch regelmäßiges Schreiben und Gliedern von Klausuren ohne Hilfsmittel geübt werden. Es sollte dabei auf eine Vielfalt von Quellen geachtet werden. Andernfalls läuft man Gefahr, abstrakte Probleme ausschließlich mit bestimmten Fallkonstellationen zu assoziieren.
  • Die Nachbereitung sollte darüber hinaus so zeitnah wie möglich erfolgen, da das Zurechtfinden in der Falllösung mit fortschreitender Zeit schwerer fällt und sich dies wiederum negativ auf das Problemverständnis auswirkt.

Toolbox von Johanna Lange

  • ‘Jurastudium erfolgreich‘ von Barbara Lange
  • Loci-Methode, Gedächtnispalast
    Findest du
    hier.
  • Mindmaps zum Überblick, was eigentlich das Relevante an dem Rechtsgebiet ist
  • Lernstrategien von Lenz
  • Wichtig ist, dass man immer im Gesetz mitliest, dort selbstständig versucht, die Tatbestände und Rechtsfolgen herauszulesen und auch links und rechts der Norm schaut, um A die Systematik nicht außen vor zu lassen und B Legaldefinitionen nicht zu übersehen. Vieles kann man sich aus dem Gesetz erschließen und braucht dieses dann eben nicht mehr stumpf auswendig zu lernen.

Die knappe Zeit der (Examens-)Klausurvorbereitung optimal nutzen.

Toolbox von Maximilian Nussbaum

  • Rechtsgebiete und Themen in 120 Lerneinheiten
    Findest du hier.
  • Weitere Beispiel-Lernpläne
    • der Uni Freiburg findest du hier.
    • der Uni München findest du hier.
    • der Uni Hamburg findest du hier.
  • Weitere Lernpläne auch bei
    Deppner/Feihle et al., Examen ohne Repetitor: Leitfaden für eine selbstbestimmte und erfolgreiche Examensvorbereitung, 4. Aufl. 2017, S. 242

Toolbox von Johanna Lange

  • (Monats-)Kalender zum Planen
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  • Studienverlaufsplan
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    Findest du hier

Lerninhalte

Mentale Gesundheit

Gezielt den richtigen Fokus bei der Auswahl des Lernmaterials setzen.

Toolbox von Maximilian Nussbaum

  • Rechtsprechung für ExamenskandidatInnen, gutachterlich aufbereitet, unter Berücksichtigung der Literaturmeinungen, Verknüpfung mit Grundlagen
    Findest du hier.
  • Fallorientiertes Lehrbuch, besonders verständlich, Grundlagen herleitend; für kleine Übung, große Übung und Examen
    Findest du hier.
  • 22 Examensklausuren im Zivilrecht, besonders Anschaulich: Grafiken und Wiederholung von Basics)
    Findest du hier.
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  • Lehrbücher
    • Leipold für BGB AT
    • Wessels/Beulke/Satzer für StR AT
    • Epping für GR
  • Crashkurse von JuraOnline im BGB AT
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  • Altklausuren aus dem Klausurenpool der Fachschaft
    Findest du hier.
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Den optimalen Ausgleich zu den stressigen Lernphasen finden.

Toolbox von Maximilian Nussbaum

  • Atemübung nach den Wim Hof-Methode, extrem beruhigend, kopfklärend, Ruhe ritualisierend
    Findest du hier.
  • Man sollte sich nicht durch abgefahrene Sachverhalte verunsichern lassen. Vielmehr sollte man sich vergegenwärtigen, dass die Lösungsskizze eine höhere Fehlerakzeptanz aufweist, unabhängig vom Ergebnis eine strukturierte Argumentationsphantasie gewichtet und der Großteil mit denselben Problemen kämpft.

Toolbox von Johanna Lange

  • Binaurale Beats zum Einschlafen
    Findest du hier.
  • Es ist total egal, welche Noten eure Freunde oder auch andere Kommilitonen haben. Ihr müsst auch nicht alles zweistellig schreiben oder eure utopischen Notenziele erreichen. Das Jurastudium ist ein Marathon, kein Sprint. Ihr müsst sehr lange durchhalten. Also verbraucht eure ganze Kraft nicht im 1. Semester und hört auf euren Körper, wenn er eine Pause braucht. Es nützt niemandem etwas, wenn man nach den ersten Semestern so ausgelaugt ist, dass man keinen Spaß mehr an dem Fach hat und ihr dann nur aus dem Grund das Studium abbrecht. Außerdem ist anderen Leuten helfen keine Schande – werdet bitte nicht zu den Jurist*innen, die Seiten aus Büchern rausreißen und Kommentare verstecken.

Rückblick

Hier findest Du eine Galerie mit den Rückblicken auf unsere bisherige Toolbox - Veranstaltungen. Dort findest du auch stets die Materialien, die uns der jeweilige Gast mitgebracht hat.

3. Toolbox (Online-)Veranstaltung vom 03. Mai 2021

Toolbox spezial: Ratschläge eines Repetitors mit Dr. David Marski

Repetitor und Autor bei Alpmann Schmidt sowie freier Mitarbeiter bei den Rechtsanwälten beim BGH Prof. Dr. Reinelt & Dr. Genius

Am 03. Mai fand ein weiteres Toolbox spezial statt. Diese Sonderausgabe stand unter dem Zeichen, Ratschläge eines Repetitors in nahbarer Atmosphäre aus erster Hand zu erhalten. Hierfür durften wir mit Dr. David Marski sprechen.

Der Fokus wurde dementsprechend maßgeblich auf die intensive Zeit der Examensvorbereitung gelegt. Hierbei erfolgte ein fachkundiger Blick von außen mit Hinweisen sowohl auf häufig bewährte Best Practices aber auch auf Ansätze, die man in der eigenen Vorbereitung auf das Examen möglichst vermeiden sollte.

InterAct Law bedankt sich bei über 230 Zuschauer*innen des Livestreams bei Youtube und Instagram, die während und am Ende der Veranstaltung eine Vielzahl von Fragen stellten.

Zum Download dieser Liste geht es hier.
 

Ratschläge für Jurastudierende, die vor Beginn ihres Repetitoriums etwas Zeit haben

  1. Wichtig ist es, sich einen fachlichen Überblick zu verschaffen. Nur so entsteht ein Nährboden für Systemverständnis, was für euer Zurechtkommen in den Examensklausuren wichtig ist. Konzentriert euch daher auf die Basics. Es genügt dabei indes nicht, Lehrbücher und/oder Skripten heranzuziehen. Verfestigt eure Basics vielmehr durch Fallübung. Denn es kommt in den Prüfungen stets darauf an, einen Fall klausurmäßig zu lösen. Abstraktes Wissen alleine bringt nichts!
  2. Gegenüber der obigen fachlichen Ebene solltet ihr auch nicht die emotionale vernachlässigen. Die Examensvorbereitung fordert von euch viel Durchhaltevermögen. Aufgrund dessen müsst ihr vor allem Motivation anhäufen oder zumindest behalten! Entwickelt daher Interesse an der Materie. Dies kann man selbstverständlich nicht erzwingen. Es helfen solche Quellen, welche die Materie möglichst anschaulich vermitteln (Podcasts, auf welche ich unten explizit eingehe).

Ratschläge hinsichtlich der Frage, welche Argumente für ein kommerzielles Repetitorium sprechen

  1. Pauschal kann dies nicht beantwortet werden. Dies kommt vielmehr auf individuelle Lernarten und die jeweilige Person an. Sofern ihr euch gut eigenständig organisieren und motivieren könnt, mag eine vollkommen eigenständige Vorbereitung der beste Weg sein. Das ist aber erfahrungsgemäß ehrlicherweise nur bei den allerwenigsten Studierenden der Fall. Wenn ihr nach einem konkreten zeitlichen und inhaltlichen Plan sucht, den ihr nicht selbst ausarbeiten müsst, bieten (kommerzielle) Repetitorien eine gute Orientierung. Schließlich wird euch sehr deutlich vorgegeben, welche Rechtsgebiete durch welche Fälle in welchem Zeitraum zu lernen sind. Zudem sind die Falllösungen mit Fußnoten und Vertiefungshinweisen versehen. Dieser große Baustein der Organisation wird euch damit weitestgehend abgenommen und man kann sich auf die „wirklich wichtigen Dinge“, nämlich das Lernen, konzentrieren.
  2. Des Weiteren hilft es einigen Menschen zu wissen, dass sie mit ihren Verständnisproblemen nicht allein sind und auf eine Kontaktbörse von Gleichgesinnten zugreifen können. Diese Erkenntnis kann insbesondere während der Falllösung im Rahmen des Kursgespräches für einige Menschen sehr beruhigend sein. Und das macht außerdem auch mehr Spaß, was ja schließlich auch sehr wichtig ist!
  3. Außerdem werdet ihr von den meinen Kollegen*innen und mir „bei null“ abgeholt. Dadurch erlangt ihr die Gewissheit, dass ihr im Vergleich zu einer eigenständigen Examensvorbereitung keine Risse im Fundament überseht, die euch womöglich erst nach einigen Monaten auffallen und Umstellungen eures Lernplanes erfordern.
  4. Ferner hilft einigen Menschen womöglich das Sicherheitsgefühl, dass ihr ein Kursprogramm durchlauft, auf dessen Planung sich die Dozenten*innen seit vielen Jahren spezialisieren. Das mag den Umgang mit der Frage, ob man in seinem Lernplan die richtigen Schwerpunkte gesetzt hat und kurz vor dem Schreibtermin keine bösen Überraschungen befürchten muss, erleichtern.

Ratschläge, wie ihr während der Kurse im Repetitorium agieren solltet

  1. Wichtig ist es, dass ihr euch nicht einfach berieseln lasst. Stattdessen solltet ihr mit den Dozenten*innen interagieren. Eine solche Diskussion schafft nicht nur die Absicherung, ob ihr die Materie wirklich durchdrungen habt, sondern ist eine gute Übung für die mündliche Prüfung (auf die ich unten kurz vor dem Ende eingehe).
  2. Essentiell ist es, die Einheiten vorzubereiten. Da die Fälle zuvor ausgeteilt werden, solltet ihr euch nicht nur vorher den Fall durchlesen, sondern auch eine Lösungsskizze anfertigen und euch Gedanken zu dem jeweiligen Problemkreis machen. Das ist zugegeben aufwändig und wirkt unmöglich, sobald die volle Menge an Lernmaterial auf euch hereinbricht. Allerdings spart euch dies hinten raus mehr Zeit, da euch die Nachbereitung dieser Fälle schneller gelingt. Im Kurs könnt ihr euch während der Falllösung außerdem vollkommen auf die wesentlichen Punkte konzentrieren und müsst nicht gleichzeitig damit ringen, den Sachverhalt zu verinnerlichen sowie die Lösung nachzuvollziehen.
  3. Bei der Nachbereitung der einzelnen Einheiten des Repetitoriums sollte der Fokus auf der Fallübung liegen. Arbeitet daher zunächst die Falllösung durch und zieht anschließend ausschließlich punktuell Lehrbücher und/oder Skripten heran. Vertieft insbesondere keine Inhalte, die außerhalb des Schwerpunktes des betreffenden Falles liegen! Vertraut daher dem System, nach welchem die Fälle aufgebaut sind. Es ist somit sinnvoller, allenfalls dann Lücken durch Lehrbücher und/oder Skripten zu füllen, nachdem ihr alle Fälle eines Rechtsgebietes abgeschlossen habt und merkt, dass es irgendwo noch „hakt“. Das Erstellen von Übersichten hilft definitiv, um Zusammenhänge zu erkennen. Schreibt jedoch aus Zeitgründen keine eigenen Skripten! Durch das Wiederholen und Lösen von Fällen stellt ihr hinreichend die Verankerung des Wissens sicher. Schon gar nicht solltet ihr Lehrbücher und/oder Skripten komplett von A-Z durcharbeiten, da dies eure Denkweise untergräbt, die für eure Examensklausuren notwendig ist – ein Subsumtionsgutachten schreiben und keine wissenschaftliche Abhandlung! Ich kenne außerdem niemanden, dem es wirklich Riesenspaß macht, ein Lehrbuch oder Skript komplett durchzulesen.
  4. Ihr werdet während des Repetitoriums oft hören und lesen, wie wichtig die Kenntnis aktueller Rechtsprechung ist. Allerdings wird das Lösen eurer Kursfälle, das Schreiben von Probeklausuren sowie deren Nacharbeitung (siehe dazu unten), punktuelle Vertiefungen und vor allem das Wiederholen des Stoffes euer Zeitkonto aufzehren. Setzt euch daher während der Zeit (siehe dazu VI) zwischen Repetitorium und Schreibtermin mit aktueller Rechtsprechung auseinander. Macht euch während des Jahreskurses nicht verrückt! Hier reicht es regelmäßig aus, auf das zu vertrauen, was wir punktuell als Leseempfehlungen geben. Die Devise bei mir und auch bei meinen Kollegen*innen ist aber: Weniger ist oft mehr! Ihr müsst erstmal sattelfest in den Basics sein und könnt danach mit (aktueller) Rechtsprechung aufbauen. Nehmt euch hierfür die Ausbildungsliteratur wie JuS, JA oder auch unsere Zeitschrift die RÜ, die jeweils im Monatsturnus erscheint. Der Vorteil unserer Zeitschrift gegenüber der JuS oder JA ist, dass wir als Autoren die aktuelle Rechtsprechung in Klausurenform überführen und ihr damit genau wisst, wie ein Urteil/Beschluss in einer Klausur drankommen kann.

Probeklausuren – die Voraussetzung für ein gelungenes Examen

  1. Zu der Frage, ab welchem Zeitpunkt ihr Probeklausuren schreiben solltet
  • Viele Studierende beginnen erst nach sechs Monaten damit, während ihres Repetitoriums regelmäßig Probeklausuren zu schreiben. Davon rate ich dringend ab. Es ist absolut verständlich, das Gefühl zu verspüren, dass man doch noch gar nicht genug wüsste, um solide Leistungen auf das Papier zu bringen. Es ist nämlich auch denkbar, dass ihr in den Examensklausuren ratlos seid und ihr erstmal gar nicht genau wisst, was eigentlich gewollt ist. Diesen Moment müsst ihr üben. Ihr müsst euch so früh wie möglich daran gewöhnen, auf Unsicherheiten zu treffen und diese souverän mithilfe des Gesetzes zu überwinden.
  • Außerdem müsst ihr euch so früh wie möglich an den Schwierigkeitsgrad einer Examensklausur gewöhnen. Des Weiteren ist es wichtig, die Ausdauer eurer Schreibhand zu trainieren. Darüber hinaus solltet ihr so früh wie möglich lernen, wie ihr mit dem fünfstündigen Zeitfenster einer Examensklausur umgeht.
  • Schreibt vor allem die Probeklausuren unter Examensbedingungen. Es lohnt sich nicht, wenn ihr fünf Stunden eurer Lernzeit damit verbringt, euch selbst zu täuschen.
  • Bereitet eure Probeklausuren ferner so früh wie möglich nach. Je früher dies erfolgt, desto weniger Zeit benötigt ihr dafür, überhaupt den Einstieg zu finden.
  1. Zu der Frage, wie ihr an den Sachverhalt herangehen solltet
  • Lest euch zuerst die Fallfrage(n) durch. Dadurch platziert ihr in eurem Gehirn einen Filter, der für die richtige Einordnung der Komplexität des Sachverhaltes notwendig ist. Lest anschließend den Sachverhalt ein erstes Mal durch, ohne zu markieren. Untersucht den Fall erstmal nur anhand von tatsächlichen Ereignissen und schaltet zunächst rechtliche Assoziationen aus.
  • Sobald ihr damit beginnt, den Sachverhalt mit einem vergleichbaren Fall in eurer Erinnerung abzugleichen, solltet ihr dies sofort unterbinden! Es gibt kaum etwas Gefährlicheres, als den Sachverhalt in die Form einer Klausur zu pressen, die ihr kennt. Oftmals ist es nämlich nur der „so ähnliche Fall“. Ihr solltet daher vielmehr jeden Fall ganz nah am Gesetz lösen. Wenn ihr euch ganz sauber am Gesetz „entlanghangelt“, dann stoßt ihr automatisch zum Problem.
  1. Zu der Frage, was eine gute Examensklausur ausmacht
  • Die Qualität einer Examensklausur hängt – wie ihr bestimmt vermutet – nicht von eurem Ergebnis ab, sondern wie ihr dort hingelangt. Verinnerlicht daher die Methodik. Arbeitet – wie schon oben erwähnt – nah am Gesetzeswortlaut. Stellt euch einen Fußballer vor, der seinen Ball beim Laufen so eng wie möglich am Fuß führt, damit dieser ihm nicht entgleitet und möglichst sauber geschossen werden kann. Wenn ihr nah am Gesetz arbeitet und anhand des Wortlautes argumentiert, kann euch schonmal nicht viel auf eurem Lösungsweg entgleiten. Anhand dieser Metapher müsst ihr auch darauf achten, nicht zum euch bekannten Problem zu springen – also keine Flanken zu spielen. Leitet euch vielmehr sauber das Problem her und zeigt dies der Korrekturkraft! Mein alter „Lehrmeister“ hat stets betont, dass ein Dogma im Examen gilt: Tu Gutes und Schreib es auch hin! Schreib beispielsweise, wieso beispielsweise das Tatbestandsmerkmal weit oder eng ausgelegt werden muss (Systematik, Sinn und Zweck, etc…). Nehmt die Korrekturkraft an die Hand und veranschaulicht eure Denkschritte. Erneut betone ich: Ihr schreibt ein Gutachten. Also baut an den wichtigen Stellen Spannung auf, so dass der Leser das Gefühl hat, er liest eine spannende Geschichte. Sprint daher nicht sofort zu der Lösung des Problems. Die Schwerpunkte zeichnen sich dadurch aus, dass mit dem Stilmittel der Retardation gearbeitet wird. Zieh deine Argumentation dort wo es Schwerpunkte gibt in die Länge. Schreib dazu nicht sowas Anfängerhaftes wie „eine Ansicht“, „andere Ansicht“ oder „nach der h.M.“. Benutze Formulierungen wie „einerseits“, „andererseits“, „dafür/dagegen spricht“, etc. Ihr suggeriert andernfalls der Korrekturkraft, dass ihr das Problem bloß auswendig gelernt habt, ihr indes aber gar nicht verstanden habt, warum es überhaupt das Problem gibt.
  • Lest euch auch gerne die folgenden Artikel (hier und hier) durch, die ich in der Hanover Law Review zu der Frage verfasst habe, was eine erfolgreiche Klausur im Zivilrecht ausmacht.
  • Wichtig ist des Weiteren, dass ihr euch für eure Lösungsskizze Zeit lasst. Die besten Ideen hat man selten, wenn das Stresslevel in den letzten Zügen der Klausur am höchsten ist. Und außerdem kostet es viel mehr Zeit, die Klausur erst beim Schreiben zu lösen. Am schlimmsten ist aber: Man verrennt sich oftmals, da keine Stringenz mehr in der Lösung ist.
  • Ich habe bereits zuvor betont, dass ihr die Korrekturkräfte an die Hand nehmen müsst. Dies gilt auch hinsichtlich des Erscheinungsbildes eurer Klausuren. Schreibt nicht nur möglichst sauber, sondern prägnant. Dies bedeutet, dass ihr bestmöglich nur Hauptsätze verwenden solltet. Das erleichtert nicht nur, eure Gedanken nachzuvollziehen, sondern zwingt euch selbst zu einer präzisen Arbeit. Juristen zeichnen sich zwar dadurch aus, lange Sätze formulieren zu können. In der Examenssituation ist aber von euch gefragt, möglichst zum Punkt zu kommen und nicht „rumzulabern“. Nichts ist ärgerlicher als Korrekturkraft einen Satz ein zweites Mal lesen zu müssen. Setzt auch Absätze und bildet viele Zwischenergebnisse. Das führt dazu, dass die Klausur angenehm zu lesen ist und vor allem der Leser sofort weiß, wo der Bearbeiter grad ist bzw. was gerade geprüft wird.

Wie ihr Systemverständnis erlangt

  1. Lernt Meinungsstreitigkeiten nicht nur auswendig. Hinterfragt vielmehr deren Existenz: Warum gibt es hier eigentlich ein Problem? Wieso kann man das hier nicht mit dem Gesetz lösen? Wieso ist der Wortlaut hier zu eng oder weshalb passt das Gesetz hier nicht? Wieso fehlt diese Erwägung gänzlich im Gesetz? Welche Wertungen stehen dahinter?
  2. Korrekturkräfte werden sofort merken, ob ihr wirklich den Grund für die Existenz des Problems verstanden habt oder nicht. Wenn ihr nicht durchdrungen habt, warum dort ein Problem ist, werdet ihr es niemals adäquat im Examen zu Papier bringen können. Ihr müsst es verstanden haben. Und wenn ihr beim Zuhören (egal ob in der Uni oder im Rep.) nicht sofort verstanden habt, wieso das Problem überhaupt existiert, dann müsst ihr sofort nachfragen! Gerade bei uns habt ihr nicht nur das gute Recht zu fragen, sondern eigentlich im Sinne eurer Examensvorbereitung die Pflicht dazu. Wenn ich oder ein Kollege bzw. eine Kollegin von mir nicht in der Lage war, euch mitzunehmen, haben wir in dieser Situation unseren Job falsch gemacht! Jeder im (virtuellen) Raum soll alles sofort verstehen! Unsere Aufgabe ist es, komplexe Themenfelder so zu portionieren, dass sie einfach und leicht verträglich sind. Manchmal gelingt das besser, manchmal nicht so gut. Dann muss man einen kurzen Hinweis geben, das ist ganz normal 🙂

Phase nach dem Repetitorium

  1. Nehmt euch für diese Phase sechs bis zehn Monate Zeit, weil das Wiederholen des Stoffes – insbesondere durch Fallübung – besonders wichtig ist.
  2. Gliedert pro Tag mindestens einen Fall und bereitet diesen direkt nach. Fokussiert euch in dieser Phase unbedingt darauf, euer Denken für die Falllösung zu schärfen. Der Schwerpunkt sollte vielmehr auf dem Bearbeiten von Fällen und Lesen von Klausurlösungen als dem Lesen von Skripten bzw. Lehrbüchern liegen.
  3. Nehmt kurz vor dem Schlafengehen keine Stichproben eures Wissensstandes. Dies wird euch nur verunsichern und spiegelt die tatsächliche Prüfungssituation nicht wider, da ihr viel Zeit für eure Lösungsskizze habt. Versucht also am Abend abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen.
  4. Nehmt euch vor, pro Tag maximal sechs Stunden (netto) zu lernen. Länger könnt ihr euch ohnehin in der Regel nicht konzentrieren und es ist wichtig, jeden Tag einen gewissen Ausgleich zu haben. Auch hier gilt der anfangs gegebene Tipp, Motivation aufzusparen. Dies hat außerdem den Vorteil, dass euer einziges mentale Standbein nicht auf Jura beruht, da jeder mal eine schlechte Probeklausur schreibt oder generell schlechte Lernphasen hat. Wenn an einem Lerntag wirklich mal nichts funktioniert und ihr euch nicht konzentrieren könnt, ist es auch keine Schande, einfach mal aufzuhören und am nächsten Tag wieder mit voller Motivation anzusetzen. Hier bringt es nichts „auf Teufel komm raus“ die sechs Stunden voll zu bekommen. Schaltet außerdem mindestens einen Tag pro Woche komplett ab und haltet euch von eurem Schreibtisch fern.
  5. Beim Lernen aktueller Rechtsprechung solltet ihr auf keinen Fall die Primärquellen (also die Urteile in ihrer reinen Form) lesen. Stattdessen solltet ihr auf Quellen zugreifen, welche die Urteile als Examensfall aufbereiten. Originalurteile stellen nämlich einen verkürzten Ausschnitt wieder, der mit dem juristischen Gutachten nichts zu tun hat und damit prüfungsfern ist. Darüber hinaus ist die dogmatische Einbettung vielfach nicht prüfungstypisch und damit kontraproduktiv.

Empfehlenswerte Podcasts

Ich empfehle die Podcasts von

  • Dr. Stephan Lorenz: hier
  • Matthias Fervers: hier
  • Dr. Horst Eidenmüller: hier
  • Dr. Helmut Satzger: hier

Zu der Frage, zu welchem Zeitpunkt die Wahrnehmung von Crashkursen Sinn ergibt

  • Nach meiner Ansicht ergeben Crashkurse erst kurz vor dem Examen Sinn. Ihr solltet euch zu diesem Zeitpunkt auf dem Zenit eures Wissens befinden, da Crashkurse lediglich dem Füllen von Lücken und der Ermöglichung eines Gesamtüberblickes dienen sollen. Zudem braucht ihr dann weniger Zeit, um die Crashkurse nachzubereiten. Außerdem können Crashkurse auf der Zielgeraden zum Schreibtermin einen guten Motivationsschub hervorrufen, da ihr womöglich feststellt, dass ihr (mitunter aufgrund des Vergleiches zu anderen sich im Crashkurs befindenden Kandidateninnen und Kandidaten) gut vorbereitet seid.

Zu der Frage, wann man bereit ist, um sich anzumelden

  • Wirklich vollkommen vorbereitet fühlt man sich nie. Daher solltet ihr die Dauer eures Energielevels nicht unnötig in die Länge ziehen und euch anmelden, solange noch Motivation vorhanden ist. Regelmäßig ist sechs bis zehn Monate nach Beendigung des Jahreskurses meines Erachtens ein guter Zeitpunkt, um zu schreiben!

Zu der Frage, ob man abschichten sollte

  1. Nach meiner Ansicht spricht gegen das Abschichten zunächst, dass ihr euch zweimal statt einmal an die physische und psychische Ausnahmesituation gewöhnen müsst. In der Regel werdet ihr euch ohne das Abschichten nach der ersten oder zweiten Klausur an die Abläufe sowie die Aufregung gewöhnen und könnt euch daher während der restlichen Klausuren besser konzentrieren.
  2. Außerdem besteht die Möglichkeit, ohne Abschichten in den jeweiligen Klausuren möglicherweise Wissen von einem Rechtsgebiet auf andere Rechtsgebiete zu transferieren. Letztlich hängen alle drei großen Rechtsgebiete zusammen. Strafrecht ist im Zivilrecht relevant und umgedreht. Denken wir nur eine Schutgesetzverletzung i.S.v. § 823 II BGB, die oftmals eine strafgesetzliche Norm sein wird. Denken wir umgedreht an das Tatbestandsmerkmal „fremd“ bei dem Diebstahl nach § 242 StGB, bei welchen oftmals §§ 929 ff. BGB geprüft werden muss. Grundrechte sind auch oft Thema in zivilrechtlichen Examensklausuren. Hier kann auf die mittelbare Drittwirkung der Grundrechte über unbestimmte Rechtsbegriffe wie § 823 I BGB („sonstiges Recht“), §§ 138, 826 BGB („Sittenwidrigkeit“), § 626 I BGB („wichtiger Grund“) oder aber § 106 S. 1 GewO („billiges Ermessen“) um nur einige von vielen Normen zu nennen.
  3. Allerdings gilt auch hier der Grundsatz, dass es keinen Königsweg gibt und ihr vor allem in euch reinhören solltet, ob euch das Lernen mehr Spaß bereitet, wenn ihr infolge des Abschichtens in dem betreffenden Zeitraum nur ein oder maximal zwei Rechtsgebiete zeitgleich lernt. Zudem müsst ihr auch selbst einschätzen, wie gut ihr nach dem ersten Klausurblock Zeit für Entspannung einplanen und euch anschließend auf euer altes Energielevel begeben könnt.

Wie ihr euch auf eure mündliche Prüfung vorbereiten solltet

  1. Aufgrund der unterschiedlichen Stile von Prüferinnen und Prüfern gibt es leider wenig Gewissheit, wie ihr euch am besten auf die mündliche Prüfung vorbereiten könnt. Um diese Ungewissheit bestmöglich zu meistern, empfehle ich euch, auf jeden Fall die Grundlagen so aufzufrischen, dass ihr in diesen sattelfest seid.
  2. Investiert zudem viel Zeit in das Straf- und Zivilprozessrecht (im Öffentlichen Recht müssen prozessuale Kenntnisse ohnehin bereits umfassend sitzen). Dies rührt nicht nur daher, dass viele Prüferinnen und Prüfer aus der Praxis kommen und deshalb gerne das prüfen, was sie selber am besten können. Hinsichtlich des Zivilprozessrechts verweise ich auf meine Empfehlung des Podcasts von Dr. Fervers unter VII, der einen Crashkurs in ZPO I und ZPO II anbietet. Wie die Bezeichnung es bereits nahelegt, reicht dieser Podcast nicht aus, um solide Ergebnisse zu erzielen.
  3. Zuvor Genanntes könnt und sollt ihr unabhängig davon lernen, ob ihr wisst, wer euch prüft. Sobald ihr aufgrund der Ladung davon Kenntnis habt, solltet ihr natürlich Prüfungsprotokolle studieren. Beschränkt euch jedoch auf keinen Fall auf die Angaben dieser Protokolle. Die Erinnerungen von Prüflingen nach der mündlichen Prüfung variieren und/oder sind ungenau. Zudem bleiben nicht alle als „protokollfest“ bezeichneten Prüferinnen und Prüfer auch dies während eurer mündlichen Prüfung. Es wäre fatal, aufgrund dessen die Chance, die euch die mündliche Prüfung bietet, zu vergeben.
  4. Schaut euch auch – sofern möglich – die Lebensläufe der Prüferinnen und Prüfer an. Macht euch vertraut damit, in welchem Gebiet der Schwerpunkt zu liegen scheint. Lest diesbezüglich die letzten Aufsätze und Beiträge in Fachzeitschriften.
  5. Studiert die letzten Wochen/Monate vor der mündlichen Prüfung die Tageszeitungen und schaut Tagesthemen (was man ohnehin regelmäßig tun sollte, ich sage es nur hier nochmal!). Denn nicht selten sind aktuelle politisch-relevante Themen super geeignet für mündliche Prüfungen. Denkt nur an die Coronakrise! Da darf ich gar nicht anfangen zu schreiben …
  6. Sofern ihr noch keine Lerngruppe habt, solltet ihr euch eine solche für die Simulation einer mündlichen Prüfung suchen. Das Prüfungsgespräch ist nämliche eine Situation, die ihr im Studium kaum geübt habt. Natürlich musstet ihr mal öffentlich etwas präsentieren, um beispielsweise einen Nebenschein zu erhalten. Dies ist aber nicht vergleichbar mit einem Rechtsgespräch, bei welchem trotz erheblichen Drucks ein souveränes Auftreten und stringentes Denken gefordert ist.
  7. Schaut euch zudem richtige mündliche Prüfungen an. Unter welchen Voraussetzungen sich zum Beispiel Studierende in Niedersachsen dafür anmelden können, steht unter https://justizportal.niedersachsen.de/startseite/karriere/landesjustizprufungsamt/staatliche_pflichtfachprufung_und_erste_prufung/muendliche-pruefung-158134.html. Beachtet bitte jedoch, dass ein solches Zuhören bisher pandemiebedingt nicht möglich ist. Alternativ könnt ihr euch Simulationen einer mündlichen Prüfung anschauen, z.B. die hier verlinkten für Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht.
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